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OM621 Zylinderkopfdichtung: Nockenwellenrad lässt sich nicht mehr aufsetzen, Kur 6 Tage 46 Minuten her #120754

  • ViktorDecroos
  • ViktorDecrooss Avatar Autor
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Hallo zusammen,
ich bitte um eure Hilfe bei der Wiedermontage nach einem Zylinderkopfdichtungswechsel an einem OM621 (in einem Motorboot verbaut). Ich bin kein professioneller Mechaniker und brauche Rat von erfahrenen OM621-Schraubern.
Ausgangslage:

OM621 Dieselmotor im Boot
Zylinderkopf war abgebaut wegen Dichtungswechsel
Neue Zylinderkopfdichtung liegt bereits zwischen Block und Kopf
Kopfschrauben sind nur handfest, noch kein Drehmoment angezogen
Nockenwellenrad hängt an einem Draht in der Steuerkette
Ich möchte jetzt das Nockenwellenrad wieder auf die Nockenwelle aufsetzen

Mein Problem:

Das Nockenwellenrad lässt sich nicht über die Nockenwelle schieben. Es fehlen einige Millimeter, die Kette scheint zu kurz bzw. zu straff zu sein.
Kurbelwelle steht auf OT (Markierung ausgerichtet)
Nockenwelle steht in TDC-1 Kompressionsstellung (Nocken Zylinder 1 nach oben)

Mein Fehler, über den ich ehrlich bin:
Ich habe während der Arbeit die Kurbelwelle versehentlich 360° gedreht, während das Nockenwellenrad nicht mit der Nockenwelle verbunden war. Die Kurbelwelle steht wieder auf OT. Ich kann von oben nicht sehen, ob die Kette unten noch korrekt auf dem Kurbelwellenrad sitzt.
Meine Fragen:

Ist meine Kurbelwelle/Nockenwelle Synchronisation jetzt noch korrekt, oder muss ich von Grund auf neu synchronisieren?
Wie stelle ich am sichersten fest, ob die Kette unten noch richtig sitzt, ohne den Zylinderkopf wieder abzuheben?
Wie entlaste ich den Kettenspanner an diesem Motor richtig, damit das Nockenwellenrad wieder über die Nockenwelle passt? Welche Position am Motor, welcher Sechskant?
Gibt es eine Möglichkeit, die neue Zylinderkopfdichtung noch zu retten, falls ich den Kopf nochmal anheben muss? Die Schrauben waren nur handfest.

Ich habe Fotos von der Situation und kann gerne mehr hochladen. Ich möchte lieber eine Stunde mehr nachdenken als einen kapitalen Schaden verursachen.
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!
Viktor

OM621 Zylinderkopfdichtung: Nockenwellenrad lässt sich nicht mehr aufsetzen, Kur 5 Tage 13 Stunden her #120755

  • schreyhalz
  • schreyhalzs Avatar
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Moin !
Zunächst: Der Kettenspanner ist hoffentlich schon vorher ausgebaut gewesen und ist es immer noch?
Der Kettenspanner wird mit den beiden Muttern (eine davon gleichzeitig Krümmerbefestigung) ausgebaut, Nicht ( !!! ) mit dem grossen Sechskant!
Das man den Motor nie ohne vollständigen NW-Antrieb durchdrehen sollte ist dir spätestens jetzt klar..........
Die Sacklöcher für die ZK-Schrauben sind alle mit Pressluft ausgeblasen?
Der Kopf sitzt richtig auf den beiden Zentrierstiften?
Du hast ja wahrscheinlich die NW entfernt gehabt. Zwischen NW-Rad und 1. Lagerbock der NW befindet sich eine Scheibe mit einer Kerbe für die NW-Position. Fieserweise kann man diese Scheibe in 2 Stellungen auf die NW schieben!!! Wenn du alles richtig gemacht hast, steht jetzt die KW genau auf OT und die NW mit der Kerbe auf der Scheibe deckt sich mit der Markierung links auf dem 1. Lagerbock. Dabei müssen beide Nocken nach oben zeigen.

Jetzt muss sich das NW-Rad aufsetzen lassen, wobei wohl die NW etwas nach hinten geschoben werden muss. Die Schwinghebelböcke sind noch nicht montiert! Es kann sein, dass die Spannrolle oder Führungsschiene erst montiert werden kann, wenn alles zusammengebaut ist. (Nach weit über 30 Jahren habe ich nicht mehr alles im Kopf) Ich meine es gab da ein Zahnrad, welches ab OM615 durch eine Gleitschiene ersetzt wurde. Diese sind mit Bolzen befestigt, die mittels Gewindeabzieher aus dem Kopf bzw. Block gezogen werden müssen.
Theoretisch kann die Kette nirgends überspringen, weil sowohl an KW als auch am Spritzversteller Führungsschienen bzw. eine Schraube mit Fortsatz dieses verhindern.
Wenn du sicher bist, dass alles passen müsste, die Kopfschrauben fest sitzen ( die 4 im und am Kettenschacht nicht vergessen !) , dann muss die Kette passen. Notfalls kräftig an beiden Enden ziehen. Die ESP und die U-Pumpe ( sofern beim Bootsmotor vorhanden) können durch Federkraft die Kette etwas zurückziehen.

Wenn alles fertig montiert ist, den Kettenspanner einbauen und füllen und entlüften. Motor mit Hand mindestens 2x durchdrehen, dann die Steuerzeiten prüfen und den Förderbeginn.
Wichtig !!!!! Beim Durchdrehen des Motors genau auf den Kettenspanner bzw die Kette achten! Da darf sich nichts bewegen! Sehr oft hatte ich den Fall, dass eine der kleinen U-Scheiben unter den beiden Schrauben im Kettenschacht runtergefallen sind und sich auf dem KW-Zahnrad verklemmt haben. Da wird dann bei jeder KW-Umdrehung einmal die Kette etwas zu kurz und der Spanner schlägt aus.
Volker
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