Es gibt sogar die berechtigte Ansicht, dass Bleitetraethyl früher nur als billiges Mittel zur Erhöhung der Oktanzahl diente und alle Behautungen von wegen Ventilschutz etc. nur Marketingblasen waren, das Blei zu rechtfertigen. Weniger verschwörungstheoretisch wäre die Interpretation, dass die Herstellung von hochwertigem Benzin damals (entdeckt wurde es vor über 150 Jahren und erstmal in großem Stil wurde es im Flugbenzin ab den 1930ern verwendet) noch nicht so leicht war und man das Bleitetraethyl gebraucht hat, um Klopfneigung und Verbrennungstemperaturen in Maßen zu halten. Spätestens aber seit Einführung moderner Crackverfahren nach dem zweiten Weltkrieg, mit denen man hochklopffeste Kohlenwasserstoffe ganz ohne Blei herstellen konnte, brauchte man es eigentlich nicht mehr, aber die Anlagen zur Synthese von Bleitetraethyl waren ja vorhanden und sollten auch genutzt werden. Ich kenne jedenfalls Niemanden, bei dem ein Motorschaden kausal auf die Umstellung auf Bleifrei zurückgeführt werden konnte.
Sebastian (seit 1997 ausschließlich bleifrei im M127 unterwegs)
PS: Abgeschafft hat man es in den USA 1986, in der EU 2000, komisch, dass man ausgerechnet aus den USA in diesen 14 Jahren nie gehört hat, dass GM und Co. mit Klagen überhäuft wurden wegen massenweise durch bleifrei gestorbenen Motoren.