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THEMA:

Re: jetzt simmer ja schon da wo ich hinwollte 21 Jahre 1 Woche her #56200

  • Dirk
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Geschrieben von Dirk
am 14. März 2005 19:48:53:
Als Antwort auf: Argumente statt Parolen geschrieben von Bernd aus MA am 14. März 2005 19:19:30:

das Bewusstsein sich in die Problematik tiefer reinzudenken sollte nun ausreichend motiviert sein.
Ich seh das Problem mehr in der Gewährleistungsfrage wenns mal nicht gut geht. Oder haftest Du für Deine Postings?
Technisch gehöre ich hier im Forum zur Nixblicker-Fraktion und überlasse die harten Fakten lieber den Auskennern. Ich verfahre für mich nach dem 'never change....' Prinzip und sehe darin auch kein Problem für mich und meine Umwelt.
Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich darauf dass ich mal 5W30 in einen M117 mit zuvor 10W40 gewechselt habe. Hat aber nix gebracht. Und meine Werkstatt hat mal 10W40 in einen M127 gewechselt der vorher auf 15W40 lief. Seither liefere ich das Öl zum Kundendienst selbst an. Der Stunt ging aber gut.
Die Ölfrage ist für die meisten hier ne Religionsfrage und Dein Posting las sich für mich missionarisch bis fanatisch, da finde ich darf man auch mal gegenhalten. :-)
Gruss

Dirk




Exakt aus diesem Grunde 21 Jahre 1 Woche her #56207

  • Michael
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Geschrieben von Michael B. am 14. März 2005 23:34:39:
Als Antwort auf: Re: Das genau meine ich mit Vorurteil geschrieben von Robert_D am 14. März 2005 19:19:50:

hatte meine linke Hand auf die rechte Hand geschlagen,als diese Richtung Tastatur zuckte....

Grüße

Michael




Re: Argumente statt Parolen 21 Jahre 1 Woche her #56216

  • sstaiger
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Geschrieben von sstaiger am 15. März 2005 02:04:39:
Als Antwort auf: Argumente statt Parolen geschrieben von Bernd aus MA am 14. März 2005 19:19:30:

Cool, Diskussion :-)
Also ich hab' zwei Argumente für "minderwertiges" Öl:

(1) 4,20EUR. Hier aber für den Fünfliterkanister.

(2) Motor läuft noch, siehe Alexanders Meinung.

Und einen Remote-Erfahrungsschatz:

(3) Die's wirklich brauchen und fahren fragen (Taxler, Vermieter). Wohlgemerkt frühere Erfahrungen, also zu "normalen" Motoren.


Was mich persönlich angeht und auch wenn er es sicher nicht nötig hat: ich gebe einiges auf Eberhardts Kenntnisse zu Betriebsstoffen (Suche oben).


Gute Nacht,

Simon




Welches Motoröl (Antwort auf Beitrag von Dirk)? 21 Jahre 1 Woche her #56227

  • Bernd
  • Bernds Avatar Autor
Geschrieben von Bernd aus MA am 15. März 2005 10:44:23:
Als Antwort auf: Re: jetzt simmer ja schon da wo ich hinwollte geschrieben von Dirk am 14. März 2005 19:48:53:

Zitat Dirk: "Ich seh das Problem mehr in der Gewährleistungsfrage wenns mal nicht gut geht. Oder haftest Du für Deine Postings?"


Hallo Dirk,
ich würde gerne wieder zur Sache zurückkehren und nicht weiter in Richtung "Religion" weitergehen. Das Thema Motoröl ist zwar komplex, aber überaus profan, so dass man sich einfach auf die Fakten und die Messwerte sowie die Erfahrungswerte der Autoindustrie und der Autofahrer beschränken kann. Eine Religion machen diejenigen Leute daraus, die sich stur einer sachlichen Auseinandersetzung verweigern. Sie suggerieren damit, das Thema wäre nur auf irgend einer Hokus-Pokus-Metaebene diskutierbar und verstecken ihr Unwissen in diesem Religions-Wischi-Waschi.
Also zu Deinem obigen Satz:
1.) Wenn ich in einem Forum meine Privatmeinung schreibe, muss ich mir um Gewährleistung keine Gedanken machen. Jeder muss sich selbst seine Meinung bilden und dann auf eigene Verantwortung entscheiden, was er tut. Allerdings schreibe ich nur zu den Themen etwas, die ich wirklich verstehe und wo ich zusätzlich auf eigene Erfahrungen bauen kann, sonst ist mein Posting für den Fragesteller ja nichts wert.
2.) Was sollte "nicht gut gehen", wenn Du vollsynthetisches Öl in den Motor füllst? Das klingt, als wäre das irgend ein mutiges Experiment mit offenem Ausgang. Du ersetzt aber doch lediglich ein minderwertiges oder weniger hochwertiges Öl durch ein sehr hochwertiges Öl. Die Vorteile hatte ich ja schon beschrieben. außer dem höheren Preis (das sind bei 6 Liter Füllmenge und 1 Ölwechsel pro Jahr 25-30 Euros pro Jahr) sind mir keine Nachteile bekannt.
3.) Während ich als Privatmann für meine Tipps sicher nicht hafte, müsste das Liqui Moly ganz bestimmt. Von Liqui Moly bekam ich auf meine Anfrage folgende Antwort:

"Das Synthoil High Tech 5W-40 übersteigt bei weitem die qualitativen

Anforderungen für den Oldtimer-Mercedes 300 SEL 6.3, Bj. 1970. Es spricht

jedoch [...] nichts dagegen, das Synthoil High Tech 5W-40 in dem Oldtimer-Mercedes einzusetzen. Eine Motorinnenreinigung mit MotorClean ist dabei sehr wichtig, damit die entstandenen Ablagerungen des Noname 10W-40 Öles abgetragen werden und somit der Motor optimal auf den Einsatz von Synthoil High Tech 5W-40 vorbereitet ist."
4.) Und würde sich jemand die Mühe machen, so eine "Welches Öl für meinen Oldie"-Anfrage direkt an Mercedes-Benz zu richten, dann würde das nach einigen Tagen oder Wochen in der Fachabteilung für Schmierstoffe ankommen; die Antwort von Mercedes-Benz würde dann so lauten [ACHTUNG: Tipp aus 1. Hand]:
"Ist außerdem schön zu sehen, dass es diese schönen alten MB-Modelle [Anm.: gemeint sind 300 SEL 6.3 und 500 SEC] immer noch gibt, u. die auch immer noch laufen! Und mit den genannten Ölen [Anm.: gemeint ist hier Liqui Moly Synthoil 5W-40 ("SHT")] können diese Motoren auch noch sehr lange durchhalten! Falls schon ein Radialwellen-Dichtring, oder eine andere Elastomer-Dichtung lecken sollte, könntest Du mal beim Ölwechsel eine Dose Dichtungspflege-Mittel (mit einem hohen Anteil Weichmacher) ins Öl geben. Wäre auch vorbeugend sinnvoll, also auch wenn die Dichtungen noch nicht undicht sind. So etwas ist im SHT v. LM zwar schon enthalten, in diesem Fall würde aber mal eine höhere Dosierung nichts schaden, weil die Dichtungen ja nicht mehr die jüngsten sind.
Sollte aber ein Mittel sein, welches nicht auch noch eine Ladung VI-Verb. enthält, weil diese den Dichtungen nichts nützen, sondern nur die Hochtemp-Visko des Öls erhöhen. Welche ohne VI-Verb., also nur mit Pflege-Substanzen gibt es z. B. von Bar`s o. auch Wynns. Nennen sich "Ölleck-Stop" oder so ähnlich. Ist der Inhalt aber sehr zähflüssig, dann ist es immer eins mit VI-Verb (wie z. B. das v. LM). So eins in diesem Fall aber wie schon erwähnt nicht nehmen!
Und damit auch die Automaten u. auch die Hinterachs-Diff. noch möglichst lange durchhalten, hierfür folgende Empfehlungen:
Für die Automaten am Besten ein ATF nach DEXRON IIIG verwenden. Sind modernere Formulierungen u. insges. auch besser als die alten nach DEXRON IID oder gar die uralten nach Typ A, Suffix A. Meine erste Wahl wäre hier ebenfalls eins v. LM. Nennt sich schlicht "ATF III". Dieses bietet neben einem sehr guten Verschleißschutz auch einen optimalen Reibwert, der auch relativ lange konstant bleibt. Hat außerdem auch einen ungewöhnlich hohen VI von 205 (bei den meisten ATFs liegt der nur bei rund 150). Durch den optimalen Reibwert in Verbindung mit dem sehr hohen VI, schaltet der Automat optimal, egal ob das Öl kalt o. warm ist!
Und wenn Du die Autos schon mal auf der Bühne hast, würde ich auch gleich das Öl vom Hinterachs-Diff. wechseln. Hier würde ich ein vollsynth. GL5 75W-140 mit LS-Zusatz nehmen. Empfehlung: Entweder das Castrol "SAF-XJ" o. das entsprechende v. LM.
Für die Undichtigkeit des Automaten würde ich eine Dose vom "Automatic Transmission Treatment" (= von Wynn`s) zugeben (am besten in Verbindung mit einem Ölwechsel mit dem empfohlenen ATF). Eine 325ml-Dose ist für 6,5L ATF-Öl ausreichend. Dieses kann man auch für die Servolenkung verwenden, wenn hier ebenfalls ein ATF drin ist. Bei der Servolenkung 50ml pro Liter Servoöl zugeben.
Und für das Diff: Hier eins der empfohlenen Öle (v. Castrol o. LM) nehmen, u. dann noch eine Tube (50ml) vom "Getriebeöl-Verlust-Stop" v. LM u. eine Packung (80ml) vom "GearProtect" ebenfalls v. LM zugeben. Mehr kann man dann nicht mehr tun.
Kann aber eine Weile dauern, bis die Undichtigkeiten u. auch die Geräusche verschwinden! Ob das Diff. aber wieder ganz ruhig wird, kann ich nicht sicher sagen. Müßte dazu selbst hören können, wie schlimm es schon ist. Wird dadurch aber auf jeden Fall besser werden, u. sich dann auch nicht mehr weiter verschlimmern.
Die empfohlenen Mittel aber nicht einfach zu den alten Ölen dazu geben, sondern jeweils in Verb. mit einem Ölwechsel mit den jeweils empfohlenen Ölen. Ausgenommen der Servolenkung, wenn dieses noch nicht allzu alt ist! U. bei der jeweiligen Ölmenge natürlich die Menge der Zusätze berücksichtigen, diese also von der Ölmenge abziehen (dazu am besten zuerst die Zusätze u. dann erst das Öl bis zum richtigen Stand auffüllen)!"
Der hier zitierte Ingenieur arbeitet in der Schmierstoff-Fachabteilung und sitzt auch in der Kommission, die für die weltweite Schmierstoffindustrie die Freigabevorschriften der Auto-Hersteller erstellt und überwacht. Er ist an der Erstellung der Freigaben von DaimlerChrysler an die Schmierstoffhersteller beteiligt. Er arbeitet schon 20 Jahre "beim Daimler" und hat selbst einen MB-Oldtimer aus dem Jahr 1955.
Wenn man meine Anfrage ganz offiziell an Mercedes richten würde und dann die obige Antwort ganz offiziell bekäme, dann würde MB selbst für evtl. Schäden haften müssen. Wenn Du Dich dann sicherer fühlst, probier es doch mal auf diesem Weg.
Oder bleibe einfach dabei: "Never change a running system...".
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann nur für mich selbst sprechen: Mein W109 ist in einem super Zustand und war auch nicht billig; deshalb will ich lange etwas davon haben (ich bin ja erst 35). Und da werde ich doch nicht angesichts der klaren Fakten irgend eine 15W-40-Jauche in die Maschine füllen und dann Prinzip Hoffnung anwenden. Für nur 40 Euro mehr pro Jahr kann ich wesentlich mehr für den Werterhalt und die technische Fitness meines Wagens tun.
Viel Spaß beim Nachahmen (wenn Du Dich durchringen kannst) und viel (mehr) Freude mit Deinen Motoren!
Viele Grüße
Bernd






Welches Motoröl (Antwort auf Beitrag von Dirk)? 21 Jahre 1 Woche her #56228

  • Bernd
  • Bernds Avatar Autor
Geschrieben von Bernd aus MA am 15. März 2005 10:44:23:
Als Antwort auf: Re: jetzt simmer ja schon da wo ich hinwollte geschrieben von Dirk am 14. März 2005 19:48:53:

Zitat Dirk: "Ich seh das Problem mehr in der Gewährleistungsfrage wenns mal nicht gut geht. Oder haftest Du für Deine Postings?"


Hallo Dirk,
ich würde gerne wieder zur Sache zurückkehren und nicht weiter in Richtung "Religion" weitergehen. Das Thema Motoröl ist zwar komplex, aber überaus profan, so dass man sich einfach auf die Fakten und die Messwerte sowie die Erfahrungswerte der Autoindustrie und der Autofahrer beschränken kann. Eine Religion machen diejenigen Leute daraus, die sich stur einer sachlichen Auseinandersetzung verweigern. Sie suggerieren damit, das Thema wäre nur auf irgend einer Hokus-Pokus-Metaebene diskutierbar und verstecken ihr Unwissen in diesem Religions-Wischi-Waschi.
Also zu Deinem obigen Satz:
1.) Wenn ich in einem Forum meine Privatmeinung schreibe, muss ich mir um Gewährleistung keine Gedanken machen. Jeder muss sich selbst seine Meinung bilden und dann auf eigene Verantwortung entscheiden, was er tut. Allerdings schreibe ich nur zu den Themen etwas, die ich wirklich verstehe und wo ich zusätzlich auf eigene Erfahrungen bauen kann, sonst ist mein Posting für den Fragesteller ja nichts wert.
2.) Was sollte "nicht gut gehen", wenn Du vollsynthetisches Öl in den Motor füllst? Das klingt, als wäre das irgend ein mutiges Experiment mit offenem Ausgang. Du ersetzt aber doch lediglich ein minderwertiges oder weniger hochwertiges Öl durch ein sehr hochwertiges Öl. Die Vorteile hatte ich ja schon beschrieben. außer dem höheren Preis (das sind bei 6 Liter Füllmenge und 1 Ölwechsel pro Jahr 25-30 Euros pro Jahr) sind mir keine Nachteile bekannt.
3.) Während ich als Privatmann für meine Tipps sicher nicht hafte, müsste das Liqui Moly ganz bestimmt. Von Liqui Moly bekam ich auf meine Anfrage folgende Antwort:

"Das Synthoil High Tech 5W-40 übersteigt bei weitem die qualitativen

Anforderungen für den Oldtimer-Mercedes 300 SEL 6.3, Bj. 1970. Es spricht

jedoch [...] nichts dagegen, das Synthoil High Tech 5W-40 in dem Oldtimer-Mercedes einzusetzen. Eine Motorinnenreinigung mit MotorClean ist dabei sehr wichtig, damit die entstandenen Ablagerungen des Noname 10W-40 Öles abgetragen werden und somit der Motor optimal auf den Einsatz von Synthoil High Tech 5W-40 vorbereitet ist."
4.) Und würde sich jemand die Mühe machen, so eine "Welches Öl für meinen Oldie"-Anfrage direkt an Mercedes-Benz zu richten, dann würde das nach einigen Tagen oder Wochen in der Fachabteilung für Schmierstoffe ankommen; die Antwort von Mercedes-Benz würde dann so lauten [ACHTUNG: Tipp aus 1. Hand]:
"Ist außerdem schön zu sehen, dass es diese schönen alten MB-Modelle [Anm.: gemeint sind 300 SEL 6.3 und 500 SEC] immer noch gibt, u. die auch immer noch laufen! Und mit den genannten Ölen [Anm.: gemeint ist hier Liqui Moly Synthoil 5W-40 ("SHT")] können diese Motoren auch noch sehr lange durchhalten! Falls schon ein Radialwellen-Dichtring, oder eine andere Elastomer-Dichtung lecken sollte, könntest Du mal beim Ölwechsel eine Dose Dichtungspflege-Mittel (mit einem hohen Anteil Weichmacher) ins Öl geben. Wäre auch vorbeugend sinnvoll, also auch wenn die Dichtungen noch nicht undicht sind. So etwas ist im SHT v. LM zwar schon enthalten, in diesem Fall würde aber mal eine höhere Dosierung nichts schaden, weil die Dichtungen ja nicht mehr die jüngsten sind.
Sollte aber ein Mittel sein, welches nicht auch noch eine Ladung VI-Verb. enthält, weil diese den Dichtungen nichts nützen, sondern nur die Hochtemp-Visko des Öls erhöhen. Welche ohne VI-Verb., also nur mit Pflege-Substanzen gibt es z. B. von Bar`s o. auch Wynns. Nennen sich "Ölleck-Stop" oder so ähnlich. Ist der Inhalt aber sehr zähflüssig, dann ist es immer eins mit VI-Verb (wie z. B. das v. LM). So eins in diesem Fall aber wie schon erwähnt nicht nehmen!
Und damit auch die Automaten u. auch die Hinterachs-Diff. noch möglichst lange durchhalten, hierfür folgende Empfehlungen:
Für die Automaten am Besten ein ATF nach DEXRON IIIG verwenden. Sind modernere Formulierungen u. insges. auch besser als die alten nach DEXRON IID oder gar die uralten nach Typ A, Suffix A. Meine erste Wahl wäre hier ebenfalls eins v. LM. Nennt sich schlicht "ATF III". Dieses bietet neben einem sehr guten Verschleißschutz auch einen optimalen Reibwert, der auch relativ lange konstant bleibt. Hat außerdem auch einen ungewöhnlich hohen VI von 205 (bei den meisten ATFs liegt der nur bei rund 150). Durch den optimalen Reibwert in Verbindung mit dem sehr hohen VI, schaltet der Automat optimal, egal ob das Öl kalt o. warm ist!
Und wenn Du die Autos schon mal auf der Bühne hast, würde ich auch gleich das Öl vom Hinterachs-Diff. wechseln. Hier würde ich ein vollsynth. GL5 75W-140 mit LS-Zusatz nehmen. Empfehlung: Entweder das Castrol "SAF-XJ" o. das entsprechende v. LM.
Für die Undichtigkeit des Automaten würde ich eine Dose vom "Automatic Transmission Treatment" (= von Wynn`s) zugeben (am besten in Verbindung mit einem Ölwechsel mit dem empfohlenen ATF). Eine 325ml-Dose ist für 6,5L ATF-Öl ausreichend. Dieses kann man auch für die Servolenkung verwenden, wenn hier ebenfalls ein ATF drin ist. Bei der Servolenkung 50ml pro Liter Servoöl zugeben.
Und für das Diff: Hier eins der empfohlenen Öle (v. Castrol o. LM) nehmen, u. dann noch eine Tube (50ml) vom "Getriebeöl-Verlust-Stop" v. LM u. eine Packung (80ml) vom "GearProtect" ebenfalls v. LM zugeben. Mehr kann man dann nicht mehr tun.
Kann aber eine Weile dauern, bis die Undichtigkeiten u. auch die Geräusche verschwinden! Ob das Diff. aber wieder ganz ruhig wird, kann ich nicht sicher sagen. Müßte dazu selbst hören können, wie schlimm es schon ist. Wird dadurch aber auf jeden Fall besser werden, u. sich dann auch nicht mehr weiter verschlimmern.
Die empfohlenen Mittel aber nicht einfach zu den alten Ölen dazu geben, sondern jeweils in Verb. mit einem Ölwechsel mit den jeweils empfohlenen Ölen. Ausgenommen der Servolenkung, wenn dieses noch nicht allzu alt ist! U. bei der jeweiligen Ölmenge natürlich die Menge der Zusätze berücksichtigen, diese also von der Ölmenge abziehen (dazu am besten zuerst die Zusätze u. dann erst das Öl bis zum richtigen Stand auffüllen)!"
Der hier zitierte Ingenieur arbeitet in der Schmierstoff-Fachabteilung und sitzt auch in der Kommission, die für die weltweite Schmierstoffindustrie die Freigabevorschriften der Auto-Hersteller erstellt und überwacht. Er ist an der Erstellung der Freigaben von DaimlerChrysler an die Schmierstoffhersteller beteiligt. Er arbeitet schon 20 Jahre "beim Daimler" und hat selbst einen MB-Oldtimer aus dem Jahr 1955.
Wenn man meine Anfrage ganz offiziell an Mercedes richten würde und dann die obige Antwort ganz offiziell bekäme, dann würde MB selbst für evtl. Schäden haften müssen. Wenn Du Dich dann sicherer fühlst, probier es doch mal auf diesem Weg.
Oder bleibe einfach dabei: "Never change a running system...".
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann nur für mich selbst sprechen: Mein W109 ist in einem super Zustand und war auch nicht billig; deshalb will ich lange etwas davon haben (ich bin ja erst 35). Und da werde ich doch nicht angesichts der klaren Fakten irgend eine 15W-40-Jauche in die Maschine füllen und dann Prinzip Hoffnung anwenden. Für nur 40 Euro mehr pro Jahr kann ich wesentlich mehr für den Werterhalt und die technische Fitness meines Wagens tun.
Viel Spaß beim Nachahmen (wenn Du Dich durchringen kannst) und viel (mehr) Freude mit Deinen Motoren!
Viele Grüße
Bernd






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