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Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 21 Jahre 1 Woche her #56098

  • Bernd
  • Bernds Avatar Autor
Geschrieben von Bernd aus MA am 12. März 2005 13:22:42:
Als Antwort auf: Welches Motoröl für 250sec geschrieben von andreasm am 11. März 2005 06:58:43:

Hallo, Andreas,
ich empfehle Dir ein vollsynthetisches 5W-40.
Hinsichtlich aller bei der Schmierung relevanten Eigenschaften (Temperatur-, Druck-, Scher-, u. Alterungsbeständigkeit, Verschleiß- u. Korrosionsschutz, Motorsauberkeit u. Verdampfungsverlust) ist ein vollsynthetisches Öl unschlagbar, da bereits das Grundöl sehr gut ist (die Moleküle sind eben so zusammengesetzt, wie man sich das gewünscht hat). Hinzu kommt, dass vollsynth. Öle auch moderne, leistungsfähige Additivpakete enthalten, während gerade die günstigen 15W-40-Öle nur bescheidene Additivqualitäten aufweisen (es gibt natürlich auch gute mineralische mit hochwertigem Additivpaket, meist 10W-40). Das ist im Oldtimer ebenso wichtig für für den Alltags-Pkw, da es ja auch oder gerade beim Oldie auf Dinge wie z. B. Motorsauberkeit und Schutz/Pflege der Dichtungen ankommt.
Eines der wenigen vollsynthetischen 5W-40er ist das "Synthoil High Tech" von Liqui Moly, das man via Internet schon für EUR 29,- pro 5L-Kanister bekommt (im Baumarkt jedoch EUR 45!!). Das kann ich persönlich absolut empfehlen, ich habe es inzwischen im gesamten Fuhrpark eingesetzt, auch bei meinem W109. Der Motor läuft mit diesem Öl traumhaft weich und verbraucht fast kein Öl mehr. Dazu kommt die verbesserte Dichtigkeit, da das Synthoil Pflegesubstanzen für Dichtungspolymere enthält.

Mineralische Öle trocknen das Dichtungsmaterial mit der Zeit aus (das gilt auch für Getriebe und Hinterachse), weshalb man mit den richtigen Betriebsstoffen auf Dauer sehr viel Geld für (Abdicht-) Reparaturen sparen kann.
Noch eine Überlegung für die kalten Tage:
Ein 10W-40 braucht nach dem Motorkaltstart bei -10°C 50 Sekunden, bis es alle Schmierstellen im Motor erreicht hat, Ein 5W-40 nur 2 Sekunden! Bei sehr hohen Motor-Temperaturen wiederum dünnt ein 5W-40 weniger stark aus als ein 15/10W-40, da es meist einen höheren VI (Viskositätsindex) aufweist. Und mit der Zeit wird aus dem 15W-40 gar ein 15W-Einbereichsöl, da dieses nur durch sogen. VI-Verbesserer zu einem 15W-40-Mehrbereichsöl "veredelt" wurde. Die Lebensdauer des VI-Verb. ist aber begrenzt, weshalb dieses Additiv irgendwann wirkungslos wird - Folge: Bei hohen Motor-Temperaturen dünnt das Öl stark aus und begünstigt fröhlich den Motorverschleiß. Ein vollsynth. 5W-40 behält praktisch bis zum Schluss (= Ölwechsel) seinen VI bei, da bereits das Grundöl - ganz ohne VI-Verbess. - die "...-40"-Eigenschaft besitzt, also eine ausreichend hohe Hochtemp-viskosität. Das Geschwätz von dem "dünnen" Synthetiköl ist also ein Märchen, denn es ist bei hohen Temp. eher "zäher" als das Mineralöl und bei sehr niedrigen Temperaturen (wo beide Öle sehr dickflüssig sind) deutlich weniger "zäh"! Das Gesagte gilt so natürlich nicht für eine Longlife-Öl der Spezifikation 0W-30, das in einem Oldtimer nichts zu suchen hat.
Meine Schlussfolgerung: Wer ein reines Gebrauchsauto besitzt, das er nach wenigen Jahren mit wenigen Kilometern wieder abgeben möchte, darf beim Öl ruhig sparen; er sollte aber die vorgeschr. Wechsel-Intervalle einhalten! Aber wer für viele Jahre seinen Oldtimer fahren und erhalten möchte, der sollte ein paar Euro zusätzlich übrig haben, um sein Baby in den Genuss der Segnungen moderner Betriebsstoffe kommen zu lassen.
Übrigens: Nur ganz alte Modelle mit Buntmetallen im Motor (z. B. Lagerbronze) vertragen keine modernen Öle wegen der Unverträglichkeit der Buntmetalle mit den Additiven. Die vertragen dann aber auch kein modernes 15W-40, das ja ebenfalls Additive enthält. Für diese Fahrzeuge gibt es Miller Spezialöl unlegiert. Laut Michael B. aus der Eifel findet sich aber in keinem Nachkriegs-Mercedes mehr irgend ein Buntmetall, weshalb wir unseren Schätzchen nicht die unlegierte Miller-Brühe antun sollten!!
Schmierige Grüße
Bernd





Re: Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 21 Jahre 1 Woche her #56099

  • andreasm
  • andreasms Avatar Autor
Geschrieben von andreasm am 12. März 2005 14:10:49:
Als Antwort auf: Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 geschrieben von Bernd aus MA am 12. März 2005 13:22:42:

hallo Bernd,
danke für die ausführliche Antwort.
Kann das synthetische Öl dann auch für die Einspritzpumpe verwendet werden?
Hat Dein W109 eine Einspritzpumpe?
Gruss

Andreas




Re: Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 21 Jahre 1 Woche her #56101

  • Bernd
  • Bernds Avatar Autor
Geschrieben von Bernd aus MA am 12. März 2005 18:05:18:
Als Antwort auf: Re: Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 geschrieben von andreasm am 12. März 2005 14:10:49:

Hi, Andreas,
mein W109 ist ein 6.3, da ist die Einspritzpumpe in den Ölkreislauf integriert. Sie bekommt also automatisch den Saft, den ich in den Motor einfülle, ebenso der Luftpresser. Das vollsynthetische Öl bekommt allen Komponenten sehr gut. Mir fällt auch kein Grund ein, weshalb es irgend welche Nachteile für die Einspritzpumpe haben sollte, im Gegenteil. Besonders was die Ölversorung des Luftpressers angeht (den Du beim W111 nicht hast), tue ich aus den schon beschriebenen Gründen auch den Dichtungen etwas Gutes.
Noch ein Tipp: Bevor Du beim nächsten Ölwechsel auf synthet. Öl umsteigst, empfehle ich Dir eine Motor-Innenreinigung mit Liqui Moly "Motor Clean". Das ist eine 400 ml-Dose mit einem speziellen Ölzusatz, den man 15 Minuten vor dem Ölwechsel/Filterwechsel in den warmen Motor gießt. Dann den Motor 15 Minuten im Leerlauf laufen lassen. Danach den Ölwechsel durchführen inkl. Filterwechsel - fertig. Alte Ablagerungen (sogar hartnäckige Verlackungen) werden beseitigt, der Motor läuft wieder viel leichter, die Kolbenringe gewinnen ihr altes Spiel zurück und dichten wieder besser, die Kompression steigt. Schon mittelfristig verbraucht die Maschine weniger Öl. Wenn Du nach der Innenreinigung immer ein gutes vollsynth. Öl fährst, bleibt der Motor in diesem sauberen Zustand!

Übrigens: In diesem Zusammenhang ist immer wieder die Warnung zu hören, dass abgelöste Ablagerungen Ölkanäle verstopfen könnten. Das ist natürlich Unsinn, denn es lösen sich nicht ganze "Brocken" ab, sondern Spuren. Und was sich ablöst, löst sich im Öl auf und wird von den Dispersanten im Öl in der Schwebe gehalten, um dann beim Ölwechsel ausgeschwemmt zu werden. Wenn Du das alte Öl nach der Innenreinigung ablässt, dann schwimmen da auch keine Brocken drin, sondern Du lässt eine sehr homogene gleichmäßig rabenschwarze Suppe ab! Also nur Mut, der Maschine kann nichts passieren.
Viel Erfolg und viel Spaß
Bernd




Wie lang hält der motor dann? 21 Jahre 1 Woche her #56120

  • Alexander
  • Alexanders Avatar Autor
Geschrieben von Alexander Jeitler am 13. März 2005 15:03:55:
Als Antwort auf: Auf jeden Fall vollsynthetisches 5W-40 geschrieben von Bernd aus MA am 12. März 2005 13:22:42:

Mein M180 hat derzeit etwas über 450000km auf der uhr und bekam lebenslang mineralöl der preiswerten sorte, die letzten 150000km nur welches aus dem baumarkt, die Kompression ist normal, ich hab ihn einmal neu gelagert und eine andere gebrauchte nockenwelle eingebaut.

Ich sag mal so die nächsten 50000km hab ich nichts zu befürchten.

Wie lang würd er mit dem synthetikzeug halten? eine million?

gruss, alex




SG ist so ziemlich die niedrigste... 21 Jahre 1 Woche her #56155

  • Eberhard
  • Eberhards Avatar Autor
Geschrieben von Eberhard Weilke
am 13. März 2005 21:13:02:
Als Antwort auf: Re: Welches Motoröl für 250sec geschrieben von norbert 230SL am 11. März 2005 08:03:24:

...Qualtität, die man kriegen kann. Für das gleiche Geld kriegt man auch SJ.
Vollsynthesöl oder gar Motorspülung würde ich nur bei einem Motor ausprobieren, den ich danach nicht mehr brauch.
Gruß

Eberhard




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