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THEMA: Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten?

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119694

  • Lin Lin
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Liebe Forumsmitglieder,

nachdem ich schon dachte, der Traum, eines Tages ein 111er Coupé zu besitzen, würde aufgrund der Preisentwicklung langsam unrealistisch, habe ich nun Anfang der Woche ein Auto gefunden und zugeschlagen. Es ist ein 64er, rostfrei, mit Papp-Brief. Der dritte und letzte Halter hat ihn 1984 abgemeldet und in seine Garage gestellt. Dort stand er dann bis nach seinem Tod noch länger und wurde nun wieder aus dem Dornrößchenschlaf geholt. Abgelesener Kilometerstand 36.000km. Könnte, wenn man sich den guten Zustand der Innenausstattung anschaut vielleicht sogar hinkommen. Max. Werden es 100 mehr sein.

Es waren wohl die Bremsen fest, daher musste er aus der Garage herausgezogen werden. Ein Radbremszylinder hat es nicht überlebt. Ansonsten hat der Verkäufer ihn wieder zum Laufen gebracht. Nur der Tank musste durchgespült werden. Der Motor läuft seidenweich und rund.

Nun meine Frage: Das Auto kommt auf einem Transport nach Berlin und ich würde gerne erst einmal komplett alles an Flüssigkeiten und sinnvollen Arbeiten erledigen wollen, bevor ich einen Meter fahre. Was ist nach Eurer Meinung nach so einer langen Standzeit unbedingt zu machen? Ich hänge mal ein paar Fotos an, damit Ihr einen Eindruck bekommt, wie der Wagen dasteht. Und fange auch schonmal die Liste an:

Flüssigkeiten:
- Motoröl mit Filter
- Getriebeöl
- Differentialöl
- Kühlwasser und Frostschutz
- Bremsflüssigkeit
- Abschmierdienst

Verschleißteile:
- Luftfilter
- Benzinfilter
- U‘kontakt und ggfls. Verteilerkappe, Finger und Zündkabel
- Reifen
- Zündkerzen
- Batterie

Fällt Euch dazu noch etwas ein? Vielleicht Fahrwerksteile, Buchsen oder Lager, die sinnvollerweise ausgetauscht werden sollten?

Vielen Dank für Eure Einschätzung. Wird wohl nicht meine letzte Frage sein, daher umso mehr Dank!

Louis

P.S. Dotos muss ich wohl erst mal am Rechner kleinrechnen.
Letzte Änderung: von Lin Lin.

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119696

  • schreyhalz
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Moin Moin !

Abschmieren! darauf achten , dass auch wirklich Fett durchgeht und nicht nur am Nippel austritt. Besonders anfällig ist die Gewindebuchse im Führungsgelenk , dummerweise ist die auch am schwierigsten zu kontrollieren. 15 Schmiernippel alleine an der VA ! dazu bitte lesen :
mbklassik.de/foren-start/heckflossenforu...ung-wie-oft?start=12

Dann alle Bremsleitungen kontrollieren , ggf erneuern. Bremsschläuche gar nicht kontrollieren, sondern ungeprüft erneuern.

Schaltgetriebe? Knüppelschaltung? Die Gummilagerung des Schalthebels und der Kulisse wird wohl nur noch aus Bröseln und zähem Schleim bestehen.
Kupplungszylinder beide prüfen , ggf erneuern. Für den Kupplungsschlauch gilt das gleiche wie für die Bremsschläuche, gar nicht erst lange nachdenken , sondern weg damit und neu.
Radbremszyl. sind hoffentlich beide neu , Bremszangen vorne ebenfalls oder mit Überholsätzen überholt.
Damit meine ich nicht, das mit einer Spritze Bremsflüssigkeit durch die Manschetten gespritzt wurde und dann der Kolben 10 mal hin und her gedrückt wurde. Das ist das übliche Vorgehen von schlechten Bastlern und gewissenlosen Händlern, geht schnell , kostet nichts und die Bremse funktioniert kurzfristig wieder. Mittelfristig ist der dadurch angerichtete Schaden natürlich höher , selbst wenn es zu keinem Unfall kommt.
MfG Volker

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119702

  • UliS
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Servus,
habe gerade ein ähnliches Projekt, meine 65 er 220b Heckflosse wieder reaktiviert, habe das Auto seit 35 Jahren, aber hatte es 28 Jahre abgemeldet in der Garage stehen.
Neben den angemerkten Punkten solltest Du auch die Benzinleitungen ansehen, die waren alle komplett hart.
Wichtig auch den Schlauch vom Ölmanometer zum Ölfilter ansehen, der war bei mir auch brüchig.
Rostfrei gilt es zu prüfen, ich hatte meinen Wagen 1992 mit relativ frischen TÜV abgestellt, belüftete Garage und unterm Baumwollpaletau, aber als ich ihn jetzt wieder heraus gerollte hatte, zeigte es sich recht übel, Schweller, Innenkotflügel, Bananen, Querträger, Lenkungsaufnahme.... je tiefer man blickte, umso mehr kam heraus, also unbedingt auf die Bühne nehmen und genau nachsehen, kann aufwendig werden .
Benzinfilter leiden auch, auch den Intankfilter ansehen, da sammelt sich der Schmutz der Jahre und das Auto geht nach 3 km fahren einfach aus, kann teilweise auch durch Spülen nicht erledigt werden.

Und dann heißt es vorsichtig km zu sammeln und hineinzuhorchen, da fange ich gerade an.

Gruß Uli

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119705

  • Lin Lin
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Hey toll, das sind doch tolle Infos. Ganz herzlichen Dank. Ich muss noch mal nachfragen, Volker: Gewindebuchse im Führungsgelenk? Da bin ich jetzt nicht so firm. Kannst Du das noch mal präzisieren?

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119706

  • Lin Lin
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Ach ja, und noch die Frage, ob jemand eine empfehlenswerte Werkstatt im Raum Berlin/Potsdam kennt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles selbst machen werde ...

Garagenfund nach 36 Jahren wieder in Betrieb nehmen - was ist zu beachten? 4 Wochen 1 Tag her #119707

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